Oft ist der Arbeitsaufwand im Garten grösser, als die Zeit für Musse und Entspannung. Mit einer guten Planung und einigen Tricks ist eine gepflegte Umgebung auch mit weniger Mühe möglich. Wer jetzt richtig plant, kann im Sommer den Garten geniessen.
Pflegeleichter Garten: Mit guter Planung mehr Zeit zum Entspannen
Der Teich ist veralgt, im Staudenbeet regieren die Beikräuter und der Efeu erobert den Hausbaum. Wer kennt das nicht: Der Ziergarten wächst einem buchstäblich über den Kopf – es bleibt kaum noch Zeit, die grüne Oase in Ruhe zu geniessen. Kommt man abends müde nach Hause, bleibt oft weder Zeit noch Musse, im Ziergarten Giesskannen zu schleppen, das Biotop zu säubern oder Läuse abzustreifen. Trotz allem: Ausspannen nach dem harten Tagwerk kann man zwischen dichtem Unkraut, verfilztem Rasen und faulendem Laub schlecht. Damit die Freude an einer hübschen und gepflegten Umgebung rund ums Haus nicht verfliegt, sollte man sich am besten im Winter Gedanken zur Gartenplanung machen und sich überlegen, wie viel Zeit später für die Pflege der Grünanlagen aufgewendet werden möchte.
Kann man tatsächlich einen Garten schaffen, der sich – einmal angelegt – selbst in Schuss hält? Und wie viel Aufwand steckt in Wahrheit in dem kleinen Wörtchen «pflegeleicht», auch wenn Samenmischungen und Werbebroschüren Blütenparadiese ohne Anstrengung versprechen? Die Erwartungen in solche vermeintlichen botanischen Wunder sind hoch; selten genug gehen sie auch in Erfüllung. Denn grundsätzlich gilt: Wer einen schönen Garten will, muss auch etwas dafür tun. Wer leidenschaftlich gärtnert, scheut weder Rosenschnitt noch Unkrautzupfen. Und Hand aufs Herz: Das Arbeiten in der Natur ist in unserer hektischen Zeit ja Entspannung pur. Bewegung an der frischen Luft, ein sonnengebräunter Teint und ein ausgewogenes Fitnessprogramm gibts gratis dazu.
Garten planen: Pflegeaufwand reduzieren durch richtige Vorbereitung
Es ist jedoch nicht allein eine Frage der Motivation, um genügend Zeit für die Pflege des Gartens aufzubringen. Um sich vom lästigen Löwenzahn und den Läusen an den Rosen nicht unter Druck setzen zu lassen, gehört innere Gelassenheit dazu. Ein Garten soll Spass machen und nicht ein Ort ewiger Plackerei sein. Wie viel Zeit man in Pflege und Unterhalten investieren möchte, ist individuell, aber einer der wichtigsten Punkte, den man vorausschauend bereits beim Anlegen des Gartens im Auge behalten sollte. Der Aspekt des Pflegeaufwands zieht sich als roter Faden durch die gesamte Planung. Wichtig ist zudem, für jede Pflanze den richtigen Standort zu finden.
Dabei gilt es, einige Kompromisse einzugehen: Wer etwa von duftenden Edelrosenrabatten träumt, muss seine Vorstellungen schnell revidieren. Die dornige Königin will umsorgt und gehegt werden – vor allem Edelrosen sind relativ anfällig auf Krankheiten und Schädlinge, weshalb es sich durchaus lohnt, kleinblütige und pflegeleichte Sorten zu wählen.
Blumenwiese statt Rasen: Weniger Pflege und mehr Natur im Garten
Auch bei den Ziergehölzen lässt sich mit der richtigen Auswahl viel an Pflegeaufwand sparen. Wählt man Arten, die auch ohne Schnitt in Form bleiben, hat man mehr Zeit für eine Kaffeepause zwischendurch. Das leidige Jäten kann vermieden werden, indem man schlecht zugängliche Stellen unter Bäumen und Gehölzrabatten mit Bodendeckern verschönert. Sie sind pflegeleicht und lassen Beikräuter erst gar nicht durchkommen. Geeignet sind etwa Immergrün (Vinca minor), Efeu, Elfenblume (Epimedium grandifl orum), Storchenschnabel (Geranium), Goldbeere (Waldsteinia ternata) und Dickmännchen (Pachysandra terminalis).
Ein englischer Rasen passt ebenfalls schlecht in einen pflegeleichten Garten. Sonst stehen Mähen, Düngen und Vertikutieren statt erholsamer Sonnenstunden im Liegestuhl auf dem Programm. Viel geeigneter ist eine Blumenwiese: Mit einer Blumenwiese etwa schafft man nicht nur neue Lebensräume für Biene Maja und ihre Freunde, sondern muss auch nur zweimal jährlich die Halme kappen. Prinzipiell gilt: Je nährstoffarmer der Boden, desto vielfältiger gedeihen die Blumen. Da der Mährasen meist jahrzehntelang reichlich gedüngt wurde, fällt die Umwandlung oft schwer. Er sollte mindestens eine Wachstumssaison lang nicht mehr gedüngt werden. Im Frühjahr wird der Rasen intensiv vertikutiert und auf die derart vorbereitete Fläche bringt man nun das Saatgut aus. Wenn sich die Blumen durchgesetzt haben, muss die Wiese nur noch zweimal jährlich geschnitten werden.
Gartenwege gestalten: Pflegeleichte Lösungen mit Trittplatten und Bodendeckern
Ein Weg aus Trittplatten ist schnell angelegt und sorgt dafür, dass man auch bei Schmuddelwetter den Garten betreten kann, ohne nachher die Schuhe putzen zu müssen. Zwischen den Platten können robuste und duftende Bodendecker wie etwa Sandthymian (Thymus serpyllum), Römische Kamille (Chamaemelum nobilis) und Teppichminze (Mentha requienii) angepflanzt werden.
Fehlt ein geeigneter Platz zur Überwinterung, sollte auch auf nicht winterharte Kübelpflanzen wie Oleander, Engelstrompete oder Olive verzichtet werden. Die südländischen Arten bringen zwar mediterranes Flair in den Garten, sind aber anfällig auf Schädlinge. Alternativ zaubern auch winterharte und dadurch weniger pflegeintensive Arten wie Bitterorangen (Pocirus trifoliata), schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia) oder Trompetenblume (Campsis) Urlaubs-Feeling in den heimischen Garten.
Pflanzen richtig wählen: Standortgerechte Arten für weniger Aufwand
Doch nicht nur empfindliche Exoten brauchen viel Pflege: Auch einheimische Stauden und Gehölze müssen gehegt werden. Wer glaubt, man könne einfach die Natur walten lassen, hat weit gefehlt. Durch die Verwilderung nimmt die Artenvielfalt ab. Deshalb ist es auch bei Naturgärten wichtig, längerfristig zu planen und zu investieren. Vom Zeitaufwand her eignen sich vor allem Trockenbiotop-Pflanzen, in reinen Kies gepflanzt. In pflegeleichten Gärten muss man jedoch keinesfalls auf Blüten verzichten: Statt einjähriger Wechselflor wie Geranien oder Stiefmütterchen verschönert man die Beete mit winterharten Stauden. Zwar ist ihre Blütenzeit etwas kürzer, dafür sind die Mehrjährigen robuster. Wichtig ist, dass man sich mit den Pflanzen und ihren Vorlieben auseinandersetzt. Nur wenn auf die Bedürfnisse der Pflanzen Rücksicht genommen wird, bleiben sie gesund und somit pflegeleicht.
Mulch im Garten: Unkraut reduzieren und Boden feucht halten
Doch nicht nur mit der richtigen Pflanzenwahl kann man sich viel Arbeit ersparen. Auch bei den Bodenbelägen sollte man auf Pflegeleichtigkeit achten. Ein Kiesbelag ist zwar empfehlenswert, da damit die Fläche nicht versiegelt wird. Das Auslegen eines Unkrautvlies darunter ist aber ein Muss, sonst siedeln sich schnell und gerne Beikräuter an. Apropos Beikräuter: Vor allem in neu angelegten Beeten klaff en zwischen den einzelnen Pflanzen oft grosse Lücken, die rasch mit unerwünschten Pflanzen besiedelt werden. Werden die freien Beetflächen mit Grasschnitt oder Rindenhumus bedeckt, sieht dies nicht nur hübsch aus, sondern ist auch äusserst hilfreich, denn diese Mulchschicht hält die Beikräuter im Zaum. Ein weiterer praktischer Nebeneffekt: Die Erde trocknet unter der Schutzschicht nicht so schnell aus, so dass weniger gegossen werden muss. Denn auch das Thema Bewässerung muss bei der Planung berücksichtigt werden. Wer sich an heissen Tagen das Kannenschleppen ersparen möchte, verlegt in den Beeten Tropfschläuche. Diese werden fünf bis zehn Zentimeter tief vergraben oder direkt auf dem Beet ausgelegt. Die meisten Systeme können, genauso wie der Regner für den Rasen, per Computer gesteuert werden. Eine automatische Bewässerung ist zwar relativ kostenintensiv, erspart jedoch viel Arbeit im Garten.

Pflegeleichte Pflanzen für den Garten: Hecken, Stauden und Rosen
Wer seinen Garten klug mit Pflanzen ausstattet, darf sich auf erholsame Mussestunden freuen. Wichtig ist dabei, die Licht- und Bodenverhältnisse in seinem Garten zu kennen: Nur so können Pflanzen ausgewählt werden, die von Natur aus für diese Bedingungen gemacht sind.
Wildhecke
Formschnitthecken aus Buchs, Thuja oder Eibe sehen zwar durchaus hübsch aus, müssen aber regelmässig zum Friseur. Wer nicht dauernd mit der elektrischen Heckenschere neue Triebe stutzen möchte, wählt deshalb als Sichtschutz einheimische Heckengehölze, die auch ohne regelmässigen Schnitt ihre Form behalten und zuverlässig blühen. Dazu zählen:
- Schwarzdorn (Prunus spinosa)
- Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
- Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
- Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
Stauden
Dass Stauden nicht jährlich frisch gesetzt werden, sondern langfristig im Boden wurzeln und deshalb mit Trockenperioden besser zurechtkommen als einjährige Sommerblumen, kann die Pflanzenauswahl deutlich erleichtern. Folgende einheimischen Staudenarten sind besonders langlebig:
- Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
- Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)
- Alpen-Steinquengel (Acinos alpinus)
- Gemeine Ochsenzunge (Anchusa offcinalis)
Rosen
Rosen sind aufwändige Gartenfreunde: Im Sommer ist regelmässiges Ausputzen der Blüten angesagt. Folgende Wildrosen sind pflegeleicht und tragen im Herbst schöne Hagebutten:
- Bibernellrose ( Rosa pimpinellifolia)
- Hundsrose (Rosa canina)
- Stacheldrahtrose (Rosa sericea subsp. omeiensis fo. pteracantha)
- Glanzrose ( Rosa nitida)
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NATURZYT Ausgabe März 2025, Text Helen Weiss, Foto Envato

