Der Frühling in den Bergen ist eine magische Zeit. Während auf den Gipfeln noch Schnee liegt, sprudeln in den Tälern die Bäche, blühen die Wiesen und die Tierwelt erwacht aus dem Winterschlaf.
Im Mittelland beginnt der Frühling bereits im März, auch in den Tälern von Graubünden. In den höheren Lagen liegt noch Schnee, und es dauert bis Mitte Mai, bevor die Natur aus ihrer winterlichen Ruhe erwacht. Dieses faszinierende Naturschauspiel von grünen Wiesen und schneebedeckten Gipfeln ist gerade im Frühling auf Wanderungen und Spaziergängen ein besonderes Erlebnis. Mit den steigenden Temperaturen setzt auch die Schneeschmelze ein und lässt Bäche, Flüsse und Wasserfälle anschwellen. Das klare Schmelzwasser erweckt die Täler zum Leben. Die Seen wie der Silsersee, der Caumasee oder der Davosersee spiegeln die umliegenden Berge wider und leuchten in intensivem Türkisblau.
Blumenpracht in Graubünden: Narzissen, Krokusse und alpine Blütenlandschaften
Sobald der Schnee weicht, verwandelt sich die Landschaft in ein Blütenmeer. Auf Wiesen und Hängen leuchten Krokusse, Enzian, Edelweiss, gelber Frauenschuh, Alpenrosen, Schneeglöckchen und Schlüsselblumen in zarten und kräftigen Farben. Besonders beeindruckend sind die Narzissenfelder oberhalb von Seewis, die blühenden Kastanienbäume im Bergell und die Krokuswiesen auf der Wiesner Alp. Wanderwege wie die Via Engiadina führen durch diese farbenfrohen Landschaft en und laden zu ausgedehnten Blumenwanderungen ein.
Tierwelt im Frühling: Murmeltiere, Steinböcke und Alpenvögel beobachten
Auch die Tierwelt zeigt sich im Frühling von ihrer lebendigsten Seite. Murmeltiere kehren auf die Bergwiesen zurück, Steinböcke und Gämsen wagen sich in die tieferen, schneefreien Lagen, und Vögel durchziehen die Luft mit ihrem Gesang. Mit den ersten warmen Tagen erwachen auch die Schmetterlinge wie der Apollofalter sowie auch Bienen und Hummeln, die eifrig von Blüte zu Blüte fliegen. In Gebieten wie dem Piz Beverin oder auf den Hochebenen des Flimsersteins tummeln sich wieder die Murmeltiere auf den Wiesen. Ein besonderes Erlebnis findet in Pontresina im April bis Anfang Juni statt, da zieht es die grösste Steinbock-Kolonie der Alpen auf die saftigen, schneefreien Wiesen im Tal – bis an den Dorfrand von Pontresina. Auch im Eichhörnchenwald zwischen dem Heidsee und dem Dorfkern der Lenzerheide lassen sich die flinken Waldbewohner aus nächster Nähe beobachten.
Frühlingsaktivitäten in Graubünden: Wandern, Natur entdecken und entspannen
Der Frühling in Graubünden ist eine einzigartige Gelegenheit, die Natur in ihrer kraft vollen Übergangsphase zwischen Winter und Sommer zu erleben. Ob auf einer Blumenwanderung, einer Wildtier-Exkursion im Schweizerischen Nationalpark oder bei einem entspannten Spaziergang – diese Jahreszeit lädt dazu ein, die Seele baumeln zu lassen und das Erwachen der Natur in vollen Zügen zu erleben.
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NATURZYT Ausgabe März 2025, Text Michael Knaus

