Zwei Fledermäuse hängen in einem Holzkasten von der Decke

Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) ist eine der kleinsten Fledermausarten der Schweiz – mit einem Gewicht von weniger als 10 Gramm und einer Flügelspannweite von rund 20 Zentimeter n. Den Tag verschläft sie freihängend in Dachstöcken, um nachts zur Jagd nach kleinen Fliegen und Mücken in den Wald auszufliegen. Einst weit verbreitet, wurde ihr Bestand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wegen des Einsatzes von Insektiziden auf klägliche Restpopulationen – vor allem in den Kantonen GR, BE und OW – reduziert. Auf der Roten Liste wird sie deshalb als «stark gefährdet (EN)» geführt. Seit der Jahrtausendwende nehmen ihre Bestände zwar wieder zu – jedoch ist die Art nun mit einem neuen Problem konfrontiert: Als eine der licht empfindlichsten Fledermausarten der Schweiz meidet sie künstliche Beleuchtung grossräumig und ist stark auf nachtdunkle Leitstrukturen wie Hecken angewiesen. Dachstöcke im Siedlungsraum, ihr ehemals bevorzugter Quartierlebensraum, bewohnt sie deshalb kaum mehr. Die meisten ihrer Kolonien befinden sich heutzutage am Siedlungsrand oder in direkter Waldnähe. Eine Reduktion der Lichtverschmutzung im Siedlungsraum könnte das Quartierangebot für diese Art signifikant vergrössern. Insbesondere in Gebieten, in denen die Art noch vorkommt, sollten jegliche Aussenbeleuchtungsprojekte kritisch hinterfragt werden.

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NATURZYT Ausgabe Juni 2023, Text Elias Bader, Foto Stiftung Fledermausschutz

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