Tagsüber sehen wir Vögel auf Ästen sitzen, die sie mit ihren Zehen umklammern. Wir wissen auch, dass viele von ihnen nachts in den Bäumen und Sträucher schlafen. Im Schlaf entspannen sich bei den meisten Lebewesen jedoch viele Muskeln im Körper, als könnte man vermuten, dass sich die Umklammerung löst. Aber die Vögel umgreifen den Ast weiterhin fest. Wie funktioniert dies?
Der Aufbau eines Vogelfusses ist relativ komplex. Einfach erklärt haben die Vögel unter jedem Fuss einen Reflexpunkt. Wird dieser durch Druck gereizt, setzt automatisch der Greifreflex ein. Wenn ein Vogel auf einem Ast landet, übt sein Körpergewicht ausreichend Druck auf diesen Punkt aus, und der Greifreflex wird aktiviert. Dadurch spannt sich auto matisch eine Sehne im Fuss, der die Zehen fest zusammenzieht, und er kann nicht vom Baum fallen.
Nach dem Schlaf muss er seine Zehen extra strecken. Dafür muss er meistens ein paar Flügelschläge tätigen, damit das Körpergewicht nicht mehr auf der Sehne liegt, diese sich entspannt und seine Zehen den Ast loslassen können.
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NATURZYT Ausgabe März 2025, Text Michael Knaus, Foto AdobeStock

