Grüne und bräunliche Zauneidechsen auf einem Baumstamm

Jeder weiss, dass Eidechsen bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen können, und dieser bewegt sich mittels aktiver Nerven und Muskeln auch einige Minuten weiter. Der sich so windende Schwanz zieht somit die Aufmerksamkeit eines Räubers auf sich und die «restliche» Zauneidechse kann entkommen. Das verlorene Körperteil wächst meistens innerhalb eines Jahres als Knorpelstab ohne Wirbel und etwas kürzer als bisher nach. Aber was heisst das jetzt genau? Damit die Eidechse den Schwanzabwurf vornehmen kann, braucht es sogenannte Sollbruchstellen. Diese befinden sich ab dem 6. Schwanzwirbel abwärts in jedem Wirbel. An diesen Stellen ist das Binde- und Muskelgewebe nur schwach ausgebildet und somit kann dort leicht gekappt werden. Aber dies ist nur einmal möglich, da der nachwachsende Schwanz als Knorpelstab ausgebildet ist und dieser keine «Abwurfmöglichkeit» mehr hat und auch nicht mehr so farbenprächtig ist wie das Original. Das heisst also, hat die Eidechse an der obersten Sollbruchstelle den Schwanz abgeworfen, ist es vorbei mit dieser Schutztaktik. Aber wie erwähnt muss sie nicht mit einem Stummelschwänzchen weiterleben, sondern er wächst nach, denn ohne diesen Ersatz hätte sie nicht nur bei der Steuerung der Fortbewegung ein Problem, sondern auch bei der Energiespeicherung hilft der Eidechsenschwanz.

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NATURZYT Ausgabe Juni 2023, Text Michael Knaus, Foto Adobe Stock

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